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15 Jahre Verein PDF Drucken E-Mail

 

Eine kleine Vereinsgeschichte oder die Chronik eines Erfolges

„Liebe Tiergartenfreunde!"

So beginnt immer der Brief des Obmanns in unserem Tiergarten-Journal! 15 Jahre Förderverein, die Zeit ist schnell vergangen. Am 26. März 1992 hat alles begonnen, mit der Gründungsversammlung im Festsaal des Amtshauses in Hietzing. Dr. Kurt Kolar war die treibende Kraft, die alles vorbereitet hat. Sogar ein sogenanntes Protektoren-Komitee namhafter Personen war vorhanden, der Startschuss war damit gegeben.

Damals wurden folgende Funktionäre vorgestellt:

Obmann:                   Dr. Harald Schwammer
Obmann Stellv.:        Dr. Alexander Krall
Obmann Stellv.:        Univ. Doz. Dr. Karl Sänger
Schriftführer:             Dr. Eveline Riedling
Schriftführer Stellv.:  Christine Zink
Kassier:                     Alfred Zink
Kassier Stellv.:          Dir. Erich Brenner
Kassaprüfer:             Josef Chvatal
                                 Dipl.-Ing. Dr. Hellmuth Wachtel

Ein neues Bundesgesetz definierte die neuen Ziele, Aufgaben und Verpflichtungen des neu zu organisierenden Tiergartens Schönbrunn. Ein neuer Direktor war bestellt und ein Förderverein gegründet. Alles andere war weder absehbar noch vorstellbar, denn viele Unkenrufe wurden in typisch wienerisch-österreichischer Mundart laut: „Dös funktioniert nie!" Die erste Werbeaktion brachte im ersten Jahr bereits 1009 Mitglieder.

Dr. Helmut Pechlaner legte seine weitreichenden Zukunftspläne für den Tiergarten dar. Der Verein der Freunde des Tiergarten Schönbrunn startete jedenfalls durch, übernahm als Logo ein fiktives Auge in blau, vielleicht etwas blauäugig, in Bezug auf das, was alles auf uns zukommen könnte. Sehr hilfreich war in der Startphase die wertvolle Beratung befreundeter Zooförderer wie Dr. Reinhard Neumayr und Walter Hüttenberger aus Innsbruck und Oskar Steiner aus Goldau (Schweiz).

 Und bald begannen auch externe Personen an das Projekt „Neugeburt Wiener Zoo" zu glauben. Das Land Niederösterreich mit Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll war einer der ersten, der auf die Zukunft des Tiergartens setzte und uns finanziell unterstützte und somit zur Renovierung und Verbesserung der Bergwiederkäuer-Anlagen mithalf. Auch die Stadt Wien unter Bürgermeister Dr. Michael Häupl unterstützte uns in der Folge bei verschiedenen Projekten auf großartige Weise, zuletzt bei der Renovierung und Umbau der Filmstudios zur Orangerie mit Edukationszentrum.

Ein neues Zeitalter begann im Tiergarten Schönbrunn, denn im Herbst 1992 wurde der erste Computer angeschafft. Gaby Schwammer, Leiterin der zoopädagogischen Abteilung, entwarf und gestaltete seit Beginn das Nachrichtenblatt, das nach der dritten Ausgabe „Schönbrunner Tiergarten-Journal" benannt wurde. Dieses Journal ist heute eine der umfangreichsten Zoozeitschriften Europas und erwies sich als ausgezeichneter Informations-Multiplikator.

Im Tiergarten konnte der Förderverein bald erste Umbauarbeiten - wie für die Przewalski Pferde, Bären, Greifvögel und Geparden - finanzieren. Ein großer LKW wurde angeschafft und die Basisfinanzierung zur Errichtung des Tiroler Bauernhofes geleistet. Die Ausfinanzierung geschah durch den ersten Großsponsor Swarovsky.

Ein erstes Vereinsbüro wurde 1993 eingerichtet mit Frau Christine Jurmann als sachkundige erste Sekretärin des Vereins. Frau Gabriele Pechlaner, die Gattin unseres Tiergartendirektors, unterstützte damals tatkräftig die Weiterentwicklung des Förderveriens. Das erste Computer Verwaltungsprogramm wurde von Oskar Steiner, vom Förderverein des Tierpark Goldau in der Schweiz, erstellt und für unsere Bedürfnisse adaptiert.

Die ersten Mitgliedsausweise waren noch handgeschriebene Exemplare - mit bewundernswerter Schönschreibschrift von Kassier Alfred Zink ausgefüllt - die jedoch bald von „Zahlschein-Ausweisen" abgelöst wurden.

Mit dem kometenhaften Aufstieg verstärkten wir im Jahre 2003 das Team mit Gabriela Böhm und nach der Pensionierung von Christine Jurmann im Jahr 2007 folgte Dr. Margarete Roithmair.

Unermüdlich wurde an der Datenverwaltung gearbeitet, die schlussendlich in einem ausgeklügelten und sehr effizienten Datenverarbeitungssystem gipfelte, das Herr Peter Csar für den Verein „komponierte" - und der sich damit auch ein „lebenslänglich" in Beratung und Hilfe eingehandelt hat.

Bis Ende 1994, also innerhalb der ersten drei Jahre, war es dem Förderverein gelungen, dem Tiergarten insgesamt 3,7 Millionen ATS (rund € 269 000)  zur Verfügung zu stellen. Bis zum Jahresende 2006 konnten wir die stolze Summe von € 4.247.471,82 erwirtschaften und an den Tiergarten weitergeben. Die Besucherzahlen des Tiergartens stiegen steil an und ebenso die Mitgliederzahlen des Fördervereins. Bereits Ende 1993 hatten wir 1771 Mitglieder, die Zehntausend-Marke wurde 2003 überstiegen.

Die Gäste des Tiergartens hatten die positiven Veränderungen, wie eine tiergerechte Tierhaltung aber auch optimiertes Service von der Eingangssituation bis zur Gastronomie und den Shops, erfreut zur Kenntnis genommen. Das zuvor völlig darniederliegende Image des Wiener Zoos verwandelte sich in ein  positives. Vermehrtes Spendenaufkommen, aber auch einige Erbschaften ermöglichten dem Förderverein immer größere Projekte zu finanzieren. Dementsprechend stieg natürlich der Verwaltungsaufwand an.

Den Mitgliedern des Fördervereines wird auch einiges an Veranstaltungen geboten. Jeden Sonntag um 10:00 Uhr sind fixe Zooführungen, bei denen alle Neuigkeiten vorgestellt werden, dieses Angebot wird nahezu ausschließlich von den Freunden angenommen.

Am 20. Dezember 1995 startete der Obmann des Vereins, Dr. Harald Schwammer, mit einem Abendvortrag im Aufenthaltsraum des neu erbauten Wirtschaftshofes eine Serie von bis heute über 150 Vorträgen, bei denen Fachkollegen aus ganz Europa, Amerika, Südafrika und Indonesien über ihre Spezialgebiete, Erfahrungen, Reisen und Erlebnisse referierten. Der jeweils zweite Mittwoch jeden Monats ist zum fixen Vereinsabend geworden.

Ebenso war es dem Vereinsobmann war ein Anliegen, den Schönbruner-Freunden moderne Zoos zu zeigen. Die zahlreichen Reisen hatten zur Folge, dass die Teilnehmer ausgesuchte, gute Institutionen zu sehen bekamen. Viele von den Freunden engagierten sich in der Folge als Volontäre, koordiniert von der Zooschule, um selbst mitzuhelfen, dass Wien ähnlich werden kann. 1996 wurde schließlich ein eigenes Reisereferat gegründet, das bis heute von Helga Thaller sehr erfolgreich betreut wird.

 Im September 1996 besuchte Jane Goodall den Tiergarten Schönbrunn und der Förderverein unterstützte finanziell ihr Schimpansen-Projekt in Gombe in Tansania. Das war auch der Startpunkt für die Unterstützung zahlreicher weiterer Artenschutzprojekte für bedrohte Tierarten in der freien Wildbahn.

Im Alpenzoo Innsbruck fand die Erste Tagung Europäischer Zooförderer statt. Die Zoofreunde begannen sich länderübergreifend zu organisieren und Erfahrungswerte auszutauschen und zwei Jahre später, 1998,  tagte man erfreulicherweise in Wien, wo wir stolz unsere bisherigen Ergebnisse präsentieren konnten.

Neben aller Ernsthaftigkeit für sinnvollen Tierschutz, Artenschutz und Forschung versteht es der Verein auch gesellig zu feiern, und ein jährlicher Fixtermin ist der Neujahrspunsch um 14 Uhr am 1. Jänner.

Heute ist der Verein der Freunde eine unglaublich große Familie von Tierfreunden, die auch über den Tiergarten ein wachsames Auge hat und - wie es unter Freunden eben üblich ist - alle Höhen und alle Tiefen miterlebt.